Ernährung bei COPD

Die eingeschränkte Atmung durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) kann das Essen erschweren. Gleichzeitig verändert sich der Energieverbrauch der Patienten durch die Erkrankung. Ausreichend Nährstoffe aufzunehmen und ein gutes Gewicht, sind für COPD wichtig. Beides kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.


COPD-Patienten verbrauchen bei der durch die Erkrankung erschwerte Atmung mehr Energie. Das kann zu einem Gewichtsverlust bis hin zur Abmagerung führen. Untersuchungen konnten zeigen, dass ein Gewichtsverlust mit einer schlechteren Krankheitsprognose einhergeht. Daher empfiehlt die deutsche Leitlinie zur Behandlung und Diagnose von COPD bei Patienten mit Untergewicht, einem Gewichtsverlust von mehr als 10 % im letzten halben Jahr oder einem Gewichtsverlust von mehr als 5 % im letzten Monat eine Ernährungstherapie mit dem Ziel einer ausreichenden Nährstoffversorgung und Gewichtszunahme.

Auch Übergewicht kann sich negativ auswirken

Nicht eindeutig erwiesen ist bisher, dass eine Gewichtszunahme oder gar ein paar Pfunde zu viel den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. COPD-Patienten mit Übergewicht wird empfohlen ihr Gewicht zu normalisieren, ideal ist laut der Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von COPD ein Body-Mass-Index von 20 bis 25. Wer mehr Gewicht mit sich herum trägt, verbraucht dabei ebenfalls mehr Energie, das Herz-Kreislauf-System wird stärker belastet und die Atemmechanik beeinträchtigt. COPD-Patienten fallen körperliche Aktivitäten im Alltag oft schwerer durch die eingeschränkte Atmung, Übergewicht kann das noch verstärken. Auch um ein gesundes Normalgewicht zu erreichen kann eine Ernährungstherapie sinnvoll sein.

Unterstützung durch Ernährungsberatung hilft

Sowohl bei der Zunahme als auch Abnahme von Gewicht wird in der Ernährungstherapie auf die richtige Zusammensetzung von Nährstoffen geachtet. Manche COPD-Patienten, die Probleme haben ihr Gewicht zu halten oder zuzunehmen, können auch durch für ihre Bedürfnisse geeignete Flüssignahrung oder Instantpulver unterstützt werden. Hierzu kann ein Arzt oder ein Ernährungsberater beraten. Fertignahrung sollte nur als Ergänzung zur normalen Nahrung dienen und kein Ersatz für eine richtige Mahlzeit sein.

Genügend zu trinken ist für COPD-Patienten ebenfalls wichtig, falls keine anderen Erkrankungen vorliegen, die dagegensprechen. Wenn ausreichend getrunken wird, kann das dazu beitragen, den Schleim in den Atemwegen flüssiger zu machen und das Abhusten zu erleichtern.

Deutsche Atemwegsliga empfiehlt kalziumreiche Kost gegen Knochenschwund

Die Deutsche Atemwegsliga e.V. empfiehlt COPD-Patienten auf eine kalziumreiche Kost zu setzen, um Osteoporose vorzubeugen. Besonders viel Kalzium steckt in natürlich in Milch, und Milchprodukten. Aber auch kalziumreiches Mineralwasser und kalziumreiches Gemüse wie Grünkohl, Fenchel, Brokkoli sowie Nüsse und Samen sollten COPD-Patienten in ihrem Speiseplan einbauen. Insgesamt sollte die Ernährung vitaminreich sein, empfohlen werden 400 g Obst und Gemüse pro Tag. Als Beispiele nennt die Deutsche Atemwegsliga e. V. Milchshakes, Joghurts oder Quarkspeisen mit frischen Früchten, die bei einem höheren Kalorienbedarf mit Maltodextrin angereichert werden können. Auch Obstsalat mit Nüssen, Sahne und/oder Eiscreme kommt infrage.

Entzündungshemmende ungesättigte Fettsäuren bevorzugen bringt Vorteile

Außerdem sollten COPD-Patienten viele ungesättigte Fettsäuren in ihren Speiseplan aufnehmen. Diese liefern nicht nur Energie, die richtigen Fettsäuren können auch entzündungshemmend wirken. Daher empfiehlt die Deutsche Atemwegsliga e. V. fettreiche Salzwasserfische wie Lachs, Thunfisch, Hering und Makrele sowie Leinöl, Walnussöl und Rapsöl. Im Gegensatz zu beispielsweise Sonnenblumenöl haben diese Pflanzenöle ein eher entzündungshemmendes Fettsäureprofil.

Unterstützung im Alltag und Nahrungsergänzung können wertvolle Dienste leisten

Fällt das Einkaufen und Kochen schwer, können auch Lieferdienste, Fertiggerichte oder Mikrowellengerichte eine Option sein. Auch hier sollte dabei darauf geachtet werden, dass die Gerichte all das enthalten, was der Körper braucht.

Gerade bei sehr einseitiger Ernährung und Schwierigkeiten beim Essen, wie Mundtrockenheit, kann es auch zu Mängeln an Nährstoffen kommen. Auch hier kann eine Ernährungsberatung helfen, den eigenen Speiseplan besser auf die eigenen Bedürfnisse auszurichten. Als Unterstützung können Vitamin- und Nahrungsergänzungspräparate eingenommen werden. Die Einnahme sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Je nach Schweregrad der Erkrankung und ob eher Untergewicht, Übergewicht, Mangelernährung oder eine Kombination daraus ein Problem darstellt, können COPD-Patienten mit einem individuell angepassten Speiseplan selbst mit ihrer Ernährung etwas zu ihrem Wohlbefinden beitragen.